Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

Da ist es also, das langersehnte Ende einer der erfolgreichsten Kinosagas aller Zeiten. Ein Phänomen, dessen Einfluss auf die Kultur unbestritten ist. Es vergeht kaum ein Tag, an dem man kein Zitat daraus hört. Andererseits polarisiert Star Wars auch die Menschen, vor allem auch wegen der Übernahme durch den Disney-Konzern vor einiger Zeit. Kein Wunder, denn wer das Franchise in seinen Klauen hat, besitzt quasi eine Lizenz zum Geld drucken. Egal welchen Mist man auf den Markt wirft, es findet sich immer ein Käufer dafür. Seitdem die Maus aus Annaheim am Drücker sitzt, hat dies sogar noch zugenommen. Der Konzern hatte in der Vergangenheit Zeit genug für seine anderen Produkte Lizenznehmer aller Sparten zu gewinnen; mehr noch als seinerzeit George Lucas. Bei Disney weiß man, wie man Kohle machen kann. Das muss man der Firma lassen.

Schon kurz nach der Übernahme von Lucasfilm wurde bekanntgegeben, dass man die Rufe der Fans nach mehr neuen Inhalten zur Star Wars-Reihe gehört hatte. Nicht nur eine neue Trilogie, die an die vorigen sechs Filme anschließt wurde verkündet, man versprach auch unabhängige Filme und TV-Serien. Man sollte immer vorsichtig sein mit seinen Wünschen, denn nun wurden die Fans bis zur Übersättigung bedient.

Das Konzept erwies sich an den Kinokassen als recht erfolgreich. Allein der Zusatz Star Wars oder A Star Wars Story reichte schon, um Millionen von Menschen vor die Leinwände zu locken. Man scheffelte Milliarden, während sich viele Fans allein gelassen fühlten. Schade, aber realistisch gesehen verdient mit Fans, die alles bis ins Kleinste sezieren, keine Kohle. Es ist die graue Masse der Kinogänger mit denen Umsatz gemacht wird.

Für mich persönlich hat Star Wars ebenfalls eine gewisse Bedeutung. Als der erste Film 1978 in Deutschland in die Kinos lief, brachte er mich dazu mich intensiver mit der Phantastik zu beschäftigen. Er eröffnete mir Horizonte, die ich heute nicht mehr missen möchte. Aber der richtig beinharte Fan, der sonst nichts daneben toleriert, war ich nie. Das „verschlimmerte“ sich noch mehr nach Episode I-III. Nach meiner Meinung wurde mit ihnen ein Tiefpunkt erreicht, den man nicht toppen kann. Gut, mit Episode VIII wurde ich eines Besseren belehrt. Aber ich habe keine großen Erwartungen, die enttäuscht werden können. So stehe ich den Filmen der Disney-Ära aufgeschlossen gegenüber. Und Dank dem Internet und zuverlässigen Quellen wie Variety oder Dark Horizons bekommt man einiges von den Hintergründen auf seriöse Weise mit.

Nicht alle Fans sehen es so locker. Die neuen vielen haben, zum Teil auch verdient, jede Menge Feuer bekommen. Bei Disney und Lucasfilm spürte man, dass man den Einfluss einer eingeschworenen Fangemeinde nicht einfach überhören kann. Vor allem nach Episode VIII und dem Debakel mit Solo: A Star Wars Story mussten die Mächtigen hinter dem Franchise die Notbremse ziehen. Geplante Projekte wurden gecancelt und man konzentrierte sich auf das Ende der Saga mit Episode IX.

Star Wars: The Rise of Skywalker zollt diesen Ereignissen Tribut. Man spürt deutlich wie Regisseur und Co-Drehbuchautor J. J. Abrams auf Schadensbegrenzung aus ist. Krampfhaft versucht er die Scherben, die Rian Johnson mit Episode VII verursacht hat, zusammenzukehren. Er betreibt dabei viel Fanservice. Beispielsweise durch das Auspacken eines weiteren, liebgewonnen Charakters aus der klassischen Trilogie. Zugegeben, der Auftritt von Lando Calrissian hat sehr viel Spaß bemacht. Aber auch die anderen kleinen Cameos, die dem geneigten Fans einige Freude machen.

Doch Der Aufstieg Skywalkers hat mit Sicherheit seine Schwächen. Sei es nun das Hervorzaubern von Imperator Palpatine als großen Bösewicht oder die Schnitzeljagd nach seinem Aufenthaltsort. Abrams und sein Mitstreiter Chris Terrio versuchen ziemlich alle losen Fäden in Windeseile zu einer relativ befriedigenden Lösung zu bringen. Gelingt leider nicht immer. Das könnte auch daran liegen, dass der Film mit einer sehr heißen Nadel gestrickt wurde. Gerüchteweise sollen noch bis wenige Tage vor dem Release von Nachdrehs stattgefunden haben, weil man bei Disney mit den Ergebnissen von Testvorführungen nicht zufrieden war.

Macht der Abschluss der Star Wars-Saga Spaß? Das ist die Frage, die ich mir im Vorfeld gemacht hat. Wenn man sich auf ihn einlässt, auf jeden Fall. Es wird bombastisches Popcornkino geboten, das auf sehr soliden Beinen steht. Großartige Spezialeffekte und ein genialer Soundtrack von Altmeister John Williams lassen den Zuschauer für rund zweieinhalb Stunden aus dem tristen Alltag entfliehen. Hat mir sehr viel Spaß gemacht, weil der Streifen das tut, was er soll: Er unterhält!