Pacific Rim: Uprising

Ganz offen gesagt, mir hat Pacific Rim seinerzeit gut gefallen. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich ein großer Fan von Kaiju-Filmen bin. Ich mag es einfach wenn sich riesige Monster miteinander kloppen oder Godzilla und Konsorten durch liebevoll gebaute Miniaturlandschaften trampeln. Gerade die japanischen Beiträge aus diesem Bereich zeichnen sich durch einen gewissen Charme aus, mit dem ich schon so manchen Sonntagnachmittag auf der Couch verbracht habe.

Pacific Rim beeindruckte mich 2013 durch seine Liebe zum Detail. Guillermo del Toro inszenierte effektreiches Actionkino mit wenig Tiefgang, das im Prinzip nur unterhalten wollte. Das ist ihm auch sehr gut gelungen. So gut, dass es nur eine Frage der Zeit war bis ein Sequel kommen würde. Allerdings hat es etwas länger gedauert wie bei anderen Franchises.

Im Prinzip habe ich nach fünf Jahren nicht mehr mit Pacific Rim: Uprising gerechnet. Erst verzögerte sich die Vorproduktion, dann stiegen wichtige Hauptdarsteller aus und Guillermo del Toro zog sich auf die Position des Produzenten zurück. Ein anderes Projekt, dem er ebenfalls schon lange nachging, kam endlich zustande: The Shape of Water. Außerdem gab es im Hintergrund noch einigen Ärger mit den Rechten. Pacific Rim wurde zwar von Legendary Pictures produziert, aber seinerzeit hatte das Label noch einen Deal mit Warner Brothers. Doch dieser war im Laufe der Zeit ausgelaufen und war Universal Pictures der neue Partner. Zudem wechselte Legendary noch den Besitzer, was ebenfalls die ganze Sache nicht erleichterte. Schließlich gab es dann noch ein weiteres Projekt, das einen großen Schatten warf: ein eigenes Cinematic Universe. Nachdem die Sache mit dem DC Extended Universe kräftig in die Hose ging, richtete man den Blick auf Godzilla und King Kong. Tatsächlich hatte sich Gareth Edwards Adaption von Godzilla 2014 als Hit an den Kinokassen erwiesen, ebenso wie drei Jahre später Kong: Skull Island. Beide gehören ins gleiche Universum, in dem zumindest noch zwei weitere Filme geplant sind: Godzilla: King of Monsters und ein Zusammentreffen von King Kong und Godzilla. Letztlich entschied man sich bei Legendary mit dem Monster Universe bei Warner zu bleiben, während die Produktion von Pacific Rim 2 nun bei Universal stattfand.

In dem Wirrwarr stellte sich auch ein neues Team zusammen, angeführt von Regisseur Steven S. DeKnight. Auch eine neue Darstellerriege in John Boyega und Scott Eastwood gefunden. Aber auch vertraute Gesichter wie Burn Gorman, Charlie Day und Rinko Kikuchi konnten wieder verpflichtet werden. Von dem Drehbuchentwurf del Toros blieb ebenfalls nur wenig übrig, denn DeKnight und sein Team setzten auf eine eigene Story, die rund ein Jahrzehnt nach den Ereignissen von Pacific Rim spielt.

Kaijus sind Geschichte und die Jaeger sind überflüssig geworden. Zwar finden vereinzelt noch Scharmützel statt, aber es werden immer weniger. Vor lauter Kaijus hat man die Bedrohung dahinter etwas aus den Augen verloren. Und genau diese Intelligenzen aus einer anderen Dimension haben ihr Vorhaben der Erderoberung noch nicht aufgegeben. Heimlich arbeiten sie ihr Vorhaben umzusetzen.

Klingt etwas dünn, aber auch Pacific Rim zeichnete sich nicht durch eine originelle Story aus. Ebenso ist die Charaktergestaltung bei Pacific Rim: Uprising etwas flach geraten. Dafür agieren die Protagonisten mit einem guten Schuss Humor. Vor allem das Zusammenspiel von Boyega, bekannt als Finn aus den neuen Star Wars-Filmen, und Scott Eastwood macht da einiges wett. Hinzu kommt dann das, was man von einem Film dieser Art erwartet: jede exzellente Spezialeffekte und jede Menge Monstergerangel. Klar, es gibt jede Menge Plotholes und auch den ein oder anderen eklatanten Fehler. Aber was soll's. Man bekommt pures, sehr kurzweiliges Popcornkino geboten, das zudem noch sehr unterhaltsam ist. Pacific Rim: Uprising ist sicherlich kein Meisterwerk, aber immerhin hat man mit dem Streifen einen sehr unterhaltsamen Kinoabend, bei dem man getrost mal sein Gehirn abschalten kann.

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