Avengers: Infinity War

Manche Sachen müssen sich setzen, bevor man sie Revue passieren lassen kann. Wie der ein oder andere bei Facebook gesehen hat, war ich am Donnerstag, den 26.April 2018 in Avengers: Infinity War. Ich hatte es eilig den Film zu sehen, denn in meiner Freundesliste gibt es den ein oder anderen Spezi, der es sich nicht verkneifen kann etwas zu spoilern. Sonst ist mir das eigentlich Jacke wie Hose, aber dieses Mal nicht.

Vor Beginn des Films, als sich der Saal so langsam füllte, dachte ich rund zehn Jahre zurück. Damals hatte ich im gleichen Kino den ersten MCU-Film gesehen. Als Iron Man im Mai 2008 in die Kinos kam, dachte keiner daran, dass ein Jahrzehnt später die Marvel-Filme zu einem festen Bestandteil der Kinolandschaft werden würde. Sowas kann man mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. Für den Disney-Konzern, zu dem Marvel mittlerweile gehört, ist das wie eine Lizenz zum Geld drucken, ähnlich wie bei Star Wars. Die Zuschauer bekommen qualitativ hochwertige Produktionen mit einem hohen Unterhaltungswert geboten, auf den man sich verlassen. Auf der anderen Seite hat sich dadurch auch die Kinolandschaft entscheidend geändert. Sie wurde um einige Details ärmer, denn gigantische Eventfilme geben kleineren, ebenfalls hochwertigen Produktionen keine Chance mehr. Mittlerweile wandern solche Sachen immer mehr auf Plattformen wie Netflix, HBO oder Hulu ab. Der Trend war allerdings auch schon vor dem Boom der Comicverfilmungen zu bemerken, er wurde dadurch allerdings noch verstärkt.

Natürlich hat auch die Konkurrenz Blut geleckt, aber interessanterweise funktioniert die Marvel-Formel nicht immer. Verschiedene Studios haben mit mehr oder weniger Erfolg probiert eigene Cinematic Universes aufzubauen; meist mit fatalen Folgen. Warner musste für seine Ungeduld mit dem hauseigenen DC-Label mit einigen teuren Flops bezahlen. Was dort im Fernsehen mit dem Arrowverse funktioniert, entwickelte sich auf der Leinwand zum finanziellen Desaster. Als Fan kann man über Batman v Superman oder Justice League streiten, aber sie entwickelten sich am Boxoffice zu richtigen Millionengräbern. Das ein DC-Film dennoch funktionieren kann zeigte dann Wonder Woman. Als Resultat rollten in den Produktionsbüros von Warner Brothers jede Menge Köpfe und will, möglicherweise, die Idee mit dem DC Extended Universe erstmal hinter sich lassen. Noch eklatanter war der Versuch von Universal Pictures etwas Eigenes mit seinen klassischen Filmmonstern aufzubauen. Hier zog man schon nach einem Film, nämlich Die Mumie, die Reißleine. Das nächste dort geplante Projekt, Bride of Frankenstein, soll nun ohne weiteren Zusammenhang mit dem sogenannten Dark Universe entstehen.

Aber es kann auch funktionieren. So hat sich klammheimlich aus den Insidious-, Annabelle– und The Purge-Filmen ein eigenes filmisches Universum entwickelt, das sehr interessant und zudem noch sehr lukrativ ist. Die Filme kosten nur einen Bruchteil von dem, was die sonst so üblichen Großproduktionen verschlingen. Und da ist noch das Monsterverse bei Warner Brothers. Begonnen wurde dort mit Godzilla, man fuhr fort mit Kong: Skull Island, denen noch eine Godzilla-Fortsetzung sowie das Zusammentreffen der beiden Könige des Monsterfilms folgen werden.

Hm, da bin ich schon wieder vom eigentlichen Thema abgekommen. Eigentlich sollte es hier hauptsächlich um den 19. Film des Marvel Cinematic Universe gehen. Aber das müsste ich noch hinbekommen.

Avengers: Infinity War ist etwas, worauf die Macher des MCU seit Jahren hingearbeitet haben: Der erste Teil des großen Finales von Phase 3. Zudem der bisher einmalige Versuch alles Helden in einem Film zu vereinigen und gegen den Gegner antreten zu lassen, der mit dem ersten Avengers-Film schon angekündigt worden ist. Zudem sollen mit ihm und dem im nächsten Jahr kommenden zweiten Teil die Geschichte mit den Infinity-Steinen abgeschlossen werden.

Geboten wird dem Zuschauer episches Actionkino auf höchsten Niveau. Den Autoren und Regisseuren fällt die undankbare Aufgabe zu, fast 70 Hauptcharakteren den entsprechenden Raum zu geben. Dies gelingt auch auf meisterhafte Weise. Relativ schnell merkt man die straffe Konzipierung der Geschichte, die in verschiedene Handlungsebenen verschachtelt worden ist. Dabei scheut man sich auch nicht den ein oder anderen Protagonisten ins Jenseits zu befördern, was teilweise schon schmerzhaft ist. Die Hauptfigur ist eindeutig Thanos, der hier alle Register als Schurke zieht. Es ist sehr gut gelungen die Vielschichtigkeit des Charakters in seine Kinoversion hinüber zu retten. Dabei gebührt Josh Brolin großes Lob, der seinen Thanos als Wesen spielt, das sich seiner gottgleichen Macht sehr bewusst ist. Nach seiner Ansicht ist der derjenige, der einen Ausgleich im Universum herstellen muss. Die Seuche Leben muss eingedämmt werden, wie er in einer Szene bemerkt. Denn alle Ressourcen im Universum sind endlich. Deswegen will er alle Infinity-Steine in seine Gewalt bekommen. Nur mit ihnen kann er seine fixe Idee umsetzen; egal was es ihn kostet.

Marvel Films hat es bisher geschafft mit fast jedem Betrag den Kinogänger zu überraschen. Das gilt auch für Helden, die man eigentlich gar nicht so auf dem Schirm hatte, wie Black Panther. Der Vorgänger von Infinity War hat sich Anfang 2018 zu einem Megablockbuster entwickelt, womit niemand gerechnet hat. Der dritte Avengers-Streifen setzt sogar noch einen drauf. Er wird nicht nur allen Erwartungen gerecht, sondern übertrifft sie sogar noch. Sogar auf Kleinigkeiten wird geachtet, wie ein sehr unerwarteter Cameo zeigt, der eine bisher unbeantwortete Frage aus Phase 1 des MCU auflöst.

Offen gesagt, Avengers: Infinity Wars hat mich beeindruckt. Die Gebrüder Russo liefern bestes Popcornkino ab, das alles bietet, was man sich wünschen kann. Aber neben all den Effekten und der Action gibt es auch die ruhigen Momente, in denen auch etwas psychologische Tiefe zu finden ist. Und alles endet dann in einem ziemlich üblen Cliffhanger, der dann im April 2019 aufgelöst wird. Aber es geht in der Zwischenzeit noch weiter. Bis zum bisher noch vierten Avengers-Film, bisher ohne Titel, wird es noch zwei weitere geben. Im Sommer 2018 folgt Ant Man & the Wasp und Anfang 2019 gibt dann Captain Marvel sein Kinodebüt. Letzter wird wahrscheinlich eine gewichtige Rolle im zweiten Teil von Avengers: The Infinity War spielen. Schätze ich mal so rein gefühlsmäßig… ūüėČ

Andys Notizblog © 2018 Frontier Theme

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu erm√∂glichen. Wenn du diese Website ohne √Ąnderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erkl√§rst du sich damit einverstanden.

Schließen